Juliensblog

Juliensblog – Penis Politik: Ahnungslos an die Wahlurne

Ja, er hat „überhaupt keinen Bock“ sich „mit Politik auseinanderzusetzen„, geht überhaupt „das erste Mal wählen„, aber er will irgendwie trotzdem die leidige Bürgerpflicht möglichst eigensinnig („für mich am besten„) hinter sich bringen und „das geringste Übel“ wählen. Während Julien bei Rapanalysen jenseits der Message des Songs wirklich alles völlig verbissen betrachtet und bewertet, scheint in der Politik weder Form noch Inhalt interessant: Soziale Ungleichheit? Chancengleichheit? Familie? Rente? Finanzkrise? Energiewende? Schuldenabbau? Rüstung? Asyl? Unwichtig, ihn interessieren nur die „Finanzen„, schliesslich will er „nur möglichst wenig Steuern zahlen“ also möglichst viel von jenen Geldern einbehalten, die er mit seinen  vor Dämlichkeit und Einfältigkeit tropfenden Videos einnimmt.

Auch an der Urne möchte er für mehr „Egoismus in Deutschland“ eintreten, indem er ausschliesslich seine Interessen an  einer einzigen Thematik festmacht. Zeit, Nerven und Hirn für die nähere Auseinandersetzung mit Politik hat er nicht, denn er muss schliesslich sexistische, homophobe Penisvergleiche organisieren. Überhaupt ist er mal wieder mit dem Gerede vom „Schwanz fressen“ sehr stark auf ressentimentbeladene Sexualität fixiert, damit die pubertierende Zuseherschaft weiß wie man einer Meinung Substanz und Nachdruck verleiht: Mit Hinweis auf die Potenz und Männlichkeit. Neandertalerlogik eines von Leistungs- und Machogedanken zerfressenen Julien.

Julien fragt nicht was er für die Politik, für die Gesellschaft oder die Parteien tun kann, er fragt, was können die alle für ihn tun! Als ob die Parteien nur für sich existieren und sich nicht um eine Gesellschaft bemühen von der er seit Geburt profitiert. Für ihn sollen alle „Schwanz fressen„, die von ihm Verantwortung verlangen und sei es nur über finanzielle Mittel. Wer soll denn die kapitalistische Gesellschaft finanzieren, wenn niemand mehr Steuern zahlt? Für ihn zählt in diesem Punkt bloss das Recht des Stärkeren, die brauchen nämlich keine Sozialleistungen, die durch Steuern teuer finanziert werden müssen, denn die setzen sich durch, sind Leistungsträger, wie die Liberalen so schön sagen.

Julien setzt sich nur oberflächlich mit den Programmen der Politik auseinander indem er sie lediglich „überfliegt“ und beschimpft gleichzeitig jene die aktiver sind als „Möchtegernpolitiker“ oder als „unorganisierter Haufen von amphibischer Urscheisse„.  Der große Ankläger der Heuchelei heuchelt also selbst.

Der Schlusssatz wirkt wie eine Entschuldigung, denn er habe wohl das  „uninformierteste und unnötigste Video“ vorgelegt. Sehr richtig, Julien. Und warum publizierst Du es dann? Es bringt Kohle, nicht wahr? Sein Gewinn dürfte erheblichen Schaden bei den über 10 000 Likern angerichtet haben. Die fühlen sich in ihren Dummheiten bestätigt. Julien ist nicht für die Reflektion zuständig, sondern für die Manipulation. So macht man Klicks. Groß geworden in einer Leistungsgesellschaft ist er gelernter Egoist und wählt logischerweise so egoistisch wie möglich, als ob an jedem gedacht sei, wenn jeder nur an sich denkt.  Alibimäßig prügelt er auf Nazis ein, dabei sind seine Gemeinsamkeiten zu ihnen bereits allgemein bekannt. Er agiert plump und populistisch, liefert das wonach sein Publikum giert. Das ganze Video wirkt selbst für ihn dahingeschludert.

Anstatt zu reflektieren woran unsere gegenwärtige Politik mangelt, Perspektiven aufzuzeigen was man am ehesten wählen oder tun könnte, zeigt Julien die schlechteste aller Möglichkeiten auf: Scheiß auf alle, ich bin der Größte, bietet mir gefälligst was! Das ist erbärmlich und ekelerregend. Wenn es ihm um Satire geht, zeigt sich mal wieder wie kontraproduktiv er vorgeht. Keine Fakten, nur halbgare Sprüche und sogar Verleitung zu einer Partei, die schon seit Generationen eine Politik verfolgt, die nicht den Menschen sondern irrationalen Selbszwecken dient. Irland, Griechenland, Afrika und ganz besonders Argentinien bieten genug Beispiele, die zeigen, warum Liberalismus bzw. die unsichtbare Hand des Marktes, Privatisierung usw. schlichtweg nicht funktioniert. Julien hat mit diesem Video gefährliches Halbwissen allererste Sahne geboten. Das ist ein Schlag in die Fresse für die Demokratie.

Gesamter Text des Videos:

Am 22. September sind wieder Bundestagswahlen und ich spiele mit dem Gedanken das erste Mal wählen zu gehen. Warum ich erst mit 25 damit anfange? Weil ich überhaupt keinen Bock habe mich mit Politik auseinanderzusetzen. Aber jede Stimme zählt nunmal. Also was solls. Und wenn ich schonmal dabei bin, kann ich gleich Hunderttausende beeinflussen, damit sie genau das wählen, was nicht für sie, sondern für mich am besten ist.

Dabei nicht berücksichtigt habe ich die NPD, die Piratenpartei und andere Möchtegernpolitiker. Ihr kennt doch diese Adelstitel, wie zum Beispiel: Werner von Braun, Prinz von Anhalt oder son Scheiß. Ich glaube der Vorsitzender NPD hat auch einen Adelstitel und behinderter Spasti von Geburt an. NPD Wähler sollten ihre Zeit lieber sinnvoller nutzen und den Parkplatz von Aldi pflegen. Die Piratenpartei hat einige interessante Ansätze, aber wenn man ehrlich ist, sind sie nur ein unorganisierter Haufen von amphibischer Urscheisse.  Wen also wählen habe ich mich gefragt? Und habe einfach mal die Kurzfassungen der Wahlprogramme überflogen. Beziehungsweise den für mich einzig relevanten Teil. Nämlich den über die Finanzen. Möglicherweise habt ihr andere Interessen wie Bildung, Kinder oder Schwänze lutschen. Aber mir ist im Grunde alles Banane. Ich will nur möglichst wenig Steuern zahlen, deswegen war die Entscheidung wen ich wählen soll ziemlich simpel.

Die SPD will meine Steuern erhöhen und die Reichensteuer wieder einführen. Also können sie meinen Schwanz fressen. Die Linken wollen ebenfalls meine Steuern erhöhen. Das bedeutet sie dürfen ebenfalls meinen Schwanz fressen. Ich lasse mich von denen doch nicht linken. Die Grünen wollen auch mehr Kohle von mir haben. Bedeutet was? Richtig, sie dürfen Schwanz fressen. Bei der CDU/CSU sollen die Steuern stagnieren. Also das ist bis jetzt das geringste Übel. Aber wir wissen ja alle nur zu gut was die CSU mit unseren geliebten Killerspielen vor hat.

Kommen wir zur FDP. Die Liberalen fordern eine Steuerbremse. Sie wollen im Grundgesetz festschreiben, dass nicht mehr als die Hälfte des Einkommens über Ertragssteuern an den Staat abgeführt werden muss. Steuererhöhungen lehnen die Liberalen grundsätzlich ab, sowohl für die Bürger als auch für Unternehmen. Sie wollen die Steuern nicht nur nicht erhöhen, sie wollen auch noch dafür sorgen das die Steuern niemals über 50 Prozent gesetzt werden dürfen, mit einem Eintrag ins Grundgesetz. Wahnsinn, geht doch! Aber jetzt kommt der Überhammer: Der Spitzenkandidat der FDP, Rainer Brüderle, erklärte außerdem, dass seine Partei den Solidaritätszuschlag rasch verringern und möglichst bald komplett abschaffen wolle. 2019 soll die Abgabe abgeschafft werden. Derzeit macht er einen Zuschlag von 5,5 Prozent auf Einkommen- und Körperschaftssteuer aus.

Damit steht für mich fest, dass ich die FDP wähle. Wenn ihr keine Ahnung habt wen ihr wählen sollt, dann könnt ihr ja für mich die FDP wählen oder informiert euch unter http://www.bundestagswahl-bw.de  So das war mein Senf, zu den Bundestagswahlen. Zusammengefasst in den wahrscheinlichst kürzesten, uninformiertesten und unnötigsten Video zu diesem Thema.

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3 Kommentare zu “Juliensblog – Penis Politik: Ahnungslos an die Wahlurne

  1. Guter Beitrag… Immerhin hat es Juliens geliebte Betrüger-Partei nicht mal über die Fünfprozenthürde geschafft… Auch wenn das Wahlergebnis sonst kaum Grund zur Freude bietet – es ist gut zu sehen, dass Julien doch nicht immer die Meinung der Mehrheit wiedergibt.

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